18.04.2026
Am 18. April trafen sich einige NABU-Gruppen aus dem Bezirk Mittlerer Oberrhein zum Austausch im Naturschutzgebiet „Rastatter Rheinaue“. Vertretungen der Gruppen Karlsruhe, Hambrücken, Baden-Baden/Sinzheim und Rastatt trafen sich in Wintersdorf zunächst zu einer Exkursion in das international bedeutsame Schutzgebiet. Die Gruppen Bretten, Karlsbad-Waldbronn und Lichtenau/Rheinmünster hatten sich wegen anderer Aktivitäten entschuldigt.
Die Rastatter Rheinaue ist sowohl Teil des europäischen Natura 2000-Netzes als auch des RAMSAR-Gebietes Oberrhein. Auf dem Weg zum Hauptstrom konnte die Gruppe in kleinen Wasserlachen eines Forstweges Gelbbauchunken beobachten. Dieses gesamteuropäisch streng geschützte Amphibium kommt in der Rheinaue noch an einigen Stellen vor.
Am Rhein selbst wurde mit Blick auf die Staustufe Iffezheim noch einmal deutlich, dass der Rhein als frei fließender Strom erst ab dort seine natürlichen Kräfte der Tiefen- und Seitenerosion wie auch den dynamischen Wechsel von Niedrig- und Hochwasser entfalten kann. Der nach wie vor artenreiche Lebensraum Aue leidet heute unter dem Eintrag von Feinsedimenten und der mangelnden Durchströmung infolge von künstlichen Barrieren z. B. durch erhöhte Waldwege. Um diese Hindernisse zu beseitigen und die Durchströmung der Aue zu verbessern, wurde bereits einiges unternommen, wie zum Beispiel das Niederlegen von Waldwegen in Form von Furten. Aktuell ist der NABU im Rahmen des Bundesprogramms „Blaues Band“ im Schutzgebiet aktiv, um den Wasserdurchlass zu optimieren und dadurch die Sedimente zu beseitigen.
Im Anschluss an den Besuch der Aue kamen die 15 NABU-Vertreter*innen im Gasthaus „Grüner Baum“ in Wintersdorf zu einem kollegialen Austausch zusammen. Das Fazit: Das Treffen hat das Kennenlernen der NABU-Aktiven und die Vernetzung befördert. Im Herbst soll es ein weiteres Treffen im nördlichen Teil des Bezirks geben.
Text: Martin Klatt